REGIONALRAT BESCHLIESST GRÜNZUG

 

STATT GEWERBEGEBIET

 

Düsseldorf: 06.07.2017 (pri). Auf der gestrigen Sitzung des Regionalrates des Regierungsbezirkes Düsseldorf wurde beschlossen, die bisher im Regionalplan für den Reisholzer Hafen ausgewiesene Fläche nordwestlich der bestehenden Gewerbenutzung zu streichen.

 

Für den stellvertretenden Vorsitzenden der FDP/FREIE WÄHLER Fraktion im Regionalrat, Dr. Hans-Joachim Grumbach (FREIE WÄHLER NRW) ein Grund, sich zu freuen. Denn er beschäftigt sich schon lange mit den Thema Reisholzer Hafen und setzte sich unter anderem im Planungsausschuss der Landeshauptstadt Düsseldorf für eine Änderung bisheriger Planungen ein.

 

In den bisherigen Planungen für einen gigantischen Ausbau des Hafens erstreckte sich die industrielle Nutzung bis zur Ortslage Itter. Alle Bereiche, die über die Planungen des Landes für die Häfen in NRW für Reisholz hinausgehen, werden nun nicht mehr als Bereich für Gewerbe und Industrie dargestellt. “Die Nutzung dieses Bereiches als Gebiet für Industie in Gewerbe wäre wegen der Nähe zur Ortslage Itter und der in dem Bereich befindlichen Wohnnutzung für die Anwohner untragbar“, so Grumbach.

 

Anstatt dessen soll dieser Bereich als regionaler Grünzug ausgewiesen werden, was für eine dauerhaft sichere räumliche Trennung von Industrie und Wohnen sorgt. Aufgrund dieser Änderung der zeichnerischen Darstellung im neuen Regionalplan (siehe Grafik) sollen – als nicht wesentliche Beikartenänderung – auch die entsprechenden Darstellungen in der Beikarte 4 C vor einem Aufstellungsbeschluss noch geändert werden.

 

Auf Grundlage der voran stehenden Ziele begrüßt und unterstützt die FDP/FREIE WÄHLER-Fraktion überdies die Bemühungen aller am Reisolzer Hafen Beteiligten, die sich für eine geschickte Flächenentwicklung starkmachen, um Konflikte mit anderen empfindlichen Flächennutzungen zu minimieren bzw. zu vermeiden.

 

 

Info

Der Regionalrat des Regierungsbezirks Düsseldorf ist zuständig für die Regionalplanung und Aufgaben der regionalen Infrastrukturpolitik in den Kreisen Kleve, Mettmann, den Rhein-Kreis Neuss sowie den Kreis Viersen und den Städten Düsseldorf, Krefeld, Mönchengladbach, Remscheid, Solingen und Wuppertal. Er tagt viermal jährlich im Plenarsaal der Bezirksregierung in Düsseldorf.

 


 

FREIE WÄHLER informieren sich über Konvertertechnik

 

August 2015. (J.G / P. R)  Um die kontroverse Diskussion um die Errichtung eines Konverters im Rheinkreis Neuss besser begleiten und in den politischen Gremien fachlich fundierte Anträge stellen und Entscheidungen treffen zu können, haben sich die Fraktionen von CDU,FDP und FREIE WÄHLER im Regionalrat Düsseldorf vor Ort an einer vergleichbaren und bereits in Betrieb befindlichen Anlage im Emsland informiert.

 

Von der geplanten Anlage der Firma Amprion, die voraussichtlich in Karst oder Dormagen errichtet werden soll, gibt es bisher nur Planskizzen, Hochglanzprospekte und Computeranimationen. „Wir möchten wissen, wie die Anlage im Original aussieht, welchen Lärm sie verursacht und welche Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung vorgesehen sind“, so Dr. Hans-Joachim Grumbach vom Landesverband der FREIEN WÄHLER NRW im Regionalrat Düsseldorf.

 

Am Rande der Stadt Dörpen entstehen zurzeit drei Konverteranlagen, in denen jeweils 800 bis 900 MW Gleichstrom aus den Offshore-Windparks im Wattenmeer vor Borkum und Norderney in Wechselstrom umgewandelt und in das 380 KV Wechselstromnetz eingespeist werden sollen. Die erste Anlage (DolWin1, 800 MW) ist bereits in Betrieb, DolWin2 (900 MW) befindet sich kurz vor der Inbetriebnahme, DolWin3 befindet sich im Rohbau. Der Einspeisungspunkt Dörpen-West liegt in der Nähe des Kenkraftwerks Emsland, welches im Rahmen der Energiewende spätestens im Jahr 2022 stillgelegt werden wird und dessen fehlende Leistung dann durch Windenergie aus der Nordsee kompensiert werden soll.

 

DolWin2 konnte am Besuchstag betreten werden. In zwei der drei großen Hallen (Plus- und Minushalle, jeweils knapp 20 m hoch, ca. 100 m mal 120 m groß) wird aus je einem Pol Gleichstrom (plus oder minus) jeweils die halbe Wechselstrom-Sinusfunktion konvertiert, jeweils in 3 Phasen. In der mittleren Halle werden dann der Plusteil und der Minusteil der drei Sinusfunktionen zusammengeführt und es entstehen 3 Phasen Wechselstrom, besser auch als Drehstrom bekannt. Dazu müssen die Hallen klimatisiert und staubfrei sein. In der Plus- und der Minushalle hängen je 111 Blöcke Leistungselektronik unter der Decke, in denen der Strom umgewandelt wird, jeweils 37 je Phase. Dazwischen viel Platz, der zur elektrischen Abschirmung der Blöcke gegeneinander und für Wartungszwecke benötigt wird. Von Menschen können die Hallen nur betreten werden, wenn die Anlage abgeschaltet und spannungsfrei ist. Ein Aufenthalt bei laufendem Betrieb wäre aufgrund der immensen elektromagnetischen Strahlung im inneren der Hallen tödlich. Hinter dem Konverter befindet sich ein klassisches Umspannwerk, wie wir es an vielen Orten im Wechselstromhochspannungsnetz kennen. DolWin1 war in Betrieb, brummte niederfrequent, und erstaunlich leise vor sich hin. „Da dürften jetzt ca. 250 MW anliegen“, sagte die Bauleitung der Firma ABB. „Bei Volllast wird es etwas lauter, doch die liegt selten an. In der Regel haben wir 200 bis 500 MW. „Der Konverter ist riesig und nicht schön aber erstaunlich leise“, fasst Grumbach zusammen.

 

Offen bleiben indes die Fragen, wie stark sich dieses recht leise Dauerbrummen über 30 Jahre hinweg, 24 h am Tag auf den Menschen auswirkt, und wie Wirksam die elektromagnetische Abschirmung der Anlagen tatsächlich ist. „Hier können wir uns als Politiker nur auf die Einhaltung von Grenzwerten bei den Inbetriebnahmeprüfungen und bei späteren Betriebsüberwachungen verlassen“, so Grumbach. Seine Zusammenfassung: „Ich werde mich für den Standort mit dem größten Abstand zur Wohnbebauung und einer günstigen topographischen Lage aussprechen. Eine Muldenlage in unmittelbarer Nähe von deutlich lauteren Lärmquellen wie z.B. Industrieanlagen, Autobahnen und Güterzugstrecken ist da grundsätzlich geeigneter, als auf einer Anhöhe im Grünen.