Seniorenratswahl 2019 - und weiter?

 

Wahlberechtigte klagen über Informationsmangel

 

09.03.2019 pri. Man stelle sich vor, es ist Wahl - und niemand weiß, wofür die Kandidaten stehen. Vor diesem Dilemma stehen zurzeit ein nicht unwesentlicher Anteil der rund 145 000 wahlberechtigten Senioren, die in Düsseldorf ihr Kreuz auf einen Stimmzettel setzen dürfen.

Seit Anfang März werden die Briefwahlunterlagen für die Wahl des Seniorenrats an die wahlberechtigten Düsseldorfer Senioren versendet. Wahlberechtigt sind alle Düsseldorfer ab 60 Jahren. Sie entscheiden, welche der insgesamt 54 Kandidaten aus den 10 Stadtbezirken einen Sitz in dem 38-köpfigen Gremium, darunter 20 Stimmberechtigte Wahlmandate bekommt.

 

So weit, so gut. Aber weshalb sich die 54 Kandidaten bewerben und was sie ändern oder verbessern wollen, erfährt man auf der Wahlbenachrichtigung leider nicht. Lediglich die Namen und Anschrift der Kandidaten sind aufgeführt. Zwar gab es in den einzelnen Stadtbezirken jeweils drei kurz aufeinanderfolgende Kandidaten-Vorstellungstermine, die von den Bezirksbüros vorgegeben wurden - diese aber waren für einen Großteil der Senioren offensichtlich zu kurzfristig - und noch vor dem Erhalt der Wahlunterlagen - anberaumt. Im Stadtbezirk Garath-Hellerhof fanden sich daher an allen Vorstellungsterminen insgesamt etwa zehn wahlberechtigte Senioren ein.

 

Auch auf den Seiten der Stadt Düsseldorf gab es - bis auf die Namen und Adresse der Kandidaten - nur einen Erklär-Flyer als „Wahlinformation“im PDF-Format. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es Senioren gibt, die nicht über Internet verfügen. Wer also mehr über die Kandidaten erfahren möchte, hat auch hier das Nachsehen. Um so unverständlicher ist es, dass selbst die Medien keine weiteren Informationen oder Interviews der Kandidaten abdrucken. Dabei lesen die meisten Senioren doch lieber Zeitung, statt sich im Internet zu tummeln.

 

Informationen auf Begleitschreiben

 

„Ich habe mit einigen Senioren gesprochen. Sie hätten es gut gefunden, wenn man die Informationen zu den Kandidaten auf einem Begleitschreiben zu den Wahlunterlagen mitgeschickt hätte. So wüssten sie nichts. Einige gaben umwunden zu, dass sie die Wahlunterlagen aus Protest in den Papierkorb geworfen hätten“, ärgert sich der 62-jährige Peter Ries, der für Garath-Hellerhof selbst kandidiert.

 

Der ehemalige Journalist und Kommunalpolitiker arbeitet ehrenamtlich seit 2009 als delegiertes Mitglied seiner Fraktion im Seniorenrat mit und klagt beklagt, dass in den ganzen Jahren nur wenige seiner ehemaligen „Kollegen“ über die Arbeit des Seniorenrates berichteten. Bei den öffentlichen Sitzungen sei der Pressetisch meistens leer geblieben, obwohl es für die es immer wieder sehr interessante Themen für die ältere aber auch jüngere Generationen gab. Denn der Seniorenrat beschäftige sich nicht nur mit Senioren, sondern auch mit der jüngeren Generation, weil auch sie älter werden würden und von der Arbeit des Seniorenrates früher oder später profitierten.

 

„Einerseits redet man über Politikverdrossenheit und die abnehmende Bereitschaft in der Bevölkerung, sich für ein Amt zu bewerben, um an den politischen Entscheidungsprozessen mitzuwirken. Andererseits - wenn es - konkret zu werden soll - nimmt die Bereitschaft zur Unterstützung durch die Entscheidungsträger und Medien - wie am Beispiel der von der Öffentlichkeit bisher gänzlich ausgeschlossenen Seniorenratswahl - deutlich ab.

 

Dabei ist die Einbeziehung von Bürgern und Bürgerinnen bei demokratisch legitimierten Wahlen auch jenseits der etablierten Strukturen von größter Wichtigkeit. Ich glaube nicht, dass die Arbeit des Seniorenrates für die Bevölkerung uninteressant wäre. Darum sollte man vor der Wahl Informationen Veröffentlichen - nicht erst nachdem alles gelaufen ist. Das dürfte für die meisten Leser dann wirklich uninteressant sein.

 

Es ist schon sehr bedenklich, dass viele Bürgerinnen und Bürger überhaupt nichts von einem Seniorenrat gehört haben oder wissen, wozu er überhaupt da ist, nur weil man ihm so gut wie keine mediale Aufmerksamkeit schenkt und sogar von Entscheidungsträgern offensichtlich als eine Art geduldete Vereinigung wenig Bedeutung zu haben scheint. Das ist der Seniorenrat jedoch nicht“, ist sich Ries sicher.

 

Da die Wahl des Seniorenrats ausschließlich als Briefwahl erfolgt, sollten die entsprechenden Unterlagen spätestens bis Sonntag, 31. März, 12 Uhr, im Amt für Statistik und Wahlen eintreffen. Alternativ kann man die Unterlagen bis etwa zwei Tage vorher in die Briefkästen der städtischen Bezirksämter werfen oder in anderen städtischen Institutionen und in einem der „zentren plus“abgeben. Die Versendung ist Portofrei.

Bitte wählen Sie Ihre/n Kandidat/in

 


 

 

Für eine seniorengerechte Stadt

 
 

Die Kandidaten Claudia Meier (66), Petra Knauft (66) und Peter Ries (62) haben den gleichen Hauptgrund - sich für die Senioren ihres Stadtbezirks im Seniorat der Landeshauptstadt Düsseldorf einsetzen und die Situation der Senioren zu verbessern. Foto: © Enno Hohbusch

 

Garath/Hellerhof 27.02.19 (p.ries). Im März wird ein neuer Seniorenrat gewählt. Alle Bürgerinnen und Bürger ab Vollendung des 60. Lebensjahres sind aufgerufen, ihre Vertreter für den Seniorenrat der Landeshauptstadt Düsseldorf zu wählen. Die Garather Petra Knauft, Claudia Meier und Peter Ries kandidieren für den Seniorenrat in der Landeshauptstadt Düsseldorf.

 

Am 20. 26. und 27 Februar stellten sich die Kandidaten für die Seniorenratswahl 2019 im Kath. Gemeindezentrum Hellerhof und in der Freizeitstätte Garath vor. Unter der Moderation durch die Leiterin des „zentrum plus“ Garath Michaela Pfaff und dem Bezirksverwaltungsstellenleiter Uwe Sandt konnten die Kandidaten ihre Beweggründe für ihre Kandidatur darlegen. Doch offensichtlich  schien hier der Flurfunk nicht richtig zu funktionieren - auch die Zeitungen hielten sich bisher ziemlich zurück. Das jedenfalls könnte die Erklärung dafür sein, dass bei der ersten Vorstellung der Kandidaten ganze zwei Senioren kamen und sich am gestrigen Nachmittag in der Freizeitstätte Garath immerhin bereits drei Wahlberechtigte für die Seniorenratswahl im März interessierten, was für die Kandidaten jedoch kein Grund war, sich nicht trotzdem den wenigen Interessierten vorzustellen.

 

Die Kandidaten Petra Knauft (66), Claudia Meier (66) und Peter Ries (62) haben den gleichen Hauptgrund - sich für die Senioren ihres Stadtbezirks im Seniorat der Landeshauptstadt Düsseldorf einsetzen und die Situation der Senioren zu verbessern.

 

Die 66-jährige ehemalige Sozialversicherungsfachangestellte Petra Knauft möchte sich – wie ihre langjährige Freundin Claudia Meier - nicht nur auf der faulen Haut legen, sondern sich auch im Alter noch ehrenamtlich engagieren. Beide sehen Nachholbedarf zum Beispiel in den Bereichen Barrierefreiheit und altersgerechtes Wohnen. Die ehemalige Arzthelferin und medizinische Fachangestellte Claudia Meier, möchte zudem mehr Kontakt zu den Senioren halten und wünscht sich, dass die Senioren auch regelmäßig die Sprechstunden in Anspruch nehmen – nur so könne man den Wünschen der Senioren auch gerecht werden und die Probleme auch vernünftig angehen.

 

Ähnlich sieht auch der der 62-jährige Journalist und PR+ Media Manager i. R. Peter Ries. Er ist der Meinung, dass bei Themen wie Stadtentwicklung, Bauen, Wohnen und Barrierefreiheit noch zu wenig geschehen ist und es höchste Zeit für die Akteurinnen und Akteure in Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Sozialverbände ist, die Weichen so zu stellen, dass ein selbstbestimmtes und gemeinwesenorientiertes Leben und Wohnen gerade auch im hohen Alter möglich bleiben oder werden. Seine Rolle im Seniorenrat sehe er dabei unter anderem darin, neue Netzwerke zu knüpfen, den sozialen Nahraum zu beleben und die Fähigkeiten und Bereitschaft der Senioren zu nutzen, um sie in den Gestaltungsprozess mit einzubeziehen. Zwar gebe es in den Bereichen kulturelle und soziale Einrichtungen, bei Dienstleistungen, Patientenversorgung und Pflege vereinzelt gute Ansätze, jedoch stelle er bei näherer Betrachtung immer wieder fest, dass zum Beispiel infrastrukturelle und bautechnisch bedingte „Hindernisse“ einer zufriedenstellenden Alltagsgestaltung im Wege stehe. Weitere Einlassungen von Peter Ries finden Sie im Interview weiter unten.

 

Alle Kandidaten legen besonderen Wert auf eine gute Zusammenarbeit und insbesondere mit den Senioren- und Pflegeheimen, Netzwerken und Bürgervereine, sowie Polizei und Verwaltung. Nur so kann man - wie es Claudia Meier eingangs sagte - „die Probleme auch vernünftig angehen“ und eine gute Arbeit als Seniorenrat für unsere älteren und behinderten Mitmenschen gelingen.

 

Sie wünschen sich, dass sie mehr mediale Aufmerksamkeit erhielten – schließlich sei eine Seniorenratswahl nicht irgendetwas, sondern ein wichtiges demokratiefestigendes Ereignis. Das macht es nötig, dass die Wählerinnen und Wähler ihr demokratisches Recht der Wahl wahrnehmen und im März ihren/e Vertreter/in für den Seniorenrat wählen.

 

Porto zahlt Empfänger

 

Die Stadt Düsseldorf übernimmt das Rückporto des Wahlbriefes. Das macht das Wählen hoffentlich etwas attraktiver, denn man muss nur den Brief öffnenKandidat/in  ankreuzen - ab in den Briefkasten oder einfach im Verwaltungsbüro oder zum Beispiel im zentrum plus abgeben - FERTIG!

 

Gewählt wird ausschließlich per Briefwahl. Die Unterlagen werden ab März verschickt. Die wahlberechtigten Senioren ab Vollendung des 60. Lebensjahres haben dann bis Ende März Zeit ihre/n Kandidat/-in zu wählen.

 

Nehmen Sie Ihr Wahlrecht wahr und wählen Sie bitte! Es geht um Ihre zukünftige Interessenvertretung in allen Gremien der Landeshauptstadt Düsseldorf.

 

 

 

 

 

Seniorenratswahl 2019

 

Peter Ries kandidiert für Garath-Hellerhofer Senioren

 

Düsseldorf/Garath 20.02.2019 (pri). Im März wird ein neuer Seniorenrat gewählt. Alle Bürgerinnen und Bürger ab Vollendung des 60. Lebensjahres sind aufgerufen, ihre Vertreter für den Seniorenrat der Landeshauptstadt Düsseldorf zu wählen. Auch der 62 jährige Garather Bezirksvertreter und Journalist Peter Ries hat sich zu einer Kandidatur entschlossen. Er ist u. a. seit zehn Jahren Mitglied im Sozialverband und seit etwa zwei Jahren 2. Stellvertretender Vorsitzender des VdK-Ortsverbandes Benrath-Garath, wo er auch Mitglieder in Angelegenheiten des Schwerbehindertenrechts berät. Wir sprachen mit ihm:

 

Herr Ries, Sie engagieren Sie sich im Sozialverband VdK und sind seit 2009 auch als Bezirksvertreter Ihres Stadtbezirks tätig. Was hat Sie bewogen, nun auch für den Seniorenrat zu kandidieren?

 

"Nun, das eine schließt das andere ja nicht aus. Beide „Institutionen“ kümmern sich um die Belange älterer und behinderter Menschen. Während der VdK-Sozialverband die Mitglieder aller Altersgruppen vertritt, kümmert sich der Seniorenrat der Landeshauptstadt ausschließlich um die Belange der etwa 150.000 Senioren in Düsseldorf. Ich bin seit etwa 2010 durch mein Mandat delegiertes und beratendes Mitglied im Seniorenrat. Um mich jedoch uneingeschränkt für die Senioren meines Stadtbezirks einsetzen zu können, sollte man schon als ordentliches Mitglied gewählt worden sein.“

 

Welche Themen sind für Sie wichtig und welche Rolle nehmen Sie im Falle Ihrer Wahl ein?

 

"Bei Themen wie Stadtentwicklung, Bauen, Wohnen und Barrierefreiheit muss noch so einiges geschehen. Es ist eine besondere Herausforderung für die Akteurinnen und Akteure in Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Sozialverbände, die Weichen so zu stellen, dass ein selbstbestimmtes und gemeinwesenorientiertes Leben und Wohnen gerade auch im hohen Alter möglich bleiben oder werden. Meine Rolle im Seniorenrat sehe ich unter anderem darin, neue Netzwerke zu knüpfen, den sozialen Nahraum zu beleben und die Fähigkeiten und Bereitschaft unserer Senioren zu nutzen, um sie in den Gestaltungsprozess mit einzubeziehen - natürlich ist das nicht alles.“

 

Alle reden von Barrierefreiheit, was sagen Sie zu diesem Thema?

 

"Barrierefreiheit wird in der Gesellschaft zunehmend wichtiger, da mit dem Alter naturgemäß auch die körperliche Verfassung und die Mobilität abnehmen - viele Senioren sind dann auf Hilfsmittel zur Fortbewegung und Barrierefreiheit in den privaten- und öffentlichen Bereichen angewiesen. Um älteren und behinderten Menschen dauerhaft ein selbstbestimmtes und würdiges Leben zu ermöglichen, müssen Voraussetzungen zum Beispiel für altersgerechtes Wohnen und ein barrierearmes Wohnumfeld und Mobilität geschaffen werden. Senioren, behinderte Menschen und Organisationen wie z. B. Behinderten- und Seniorenrat müssen in den Planungsprozess bis hin zur Fertigstellung mit einbezogen werden. Es gibt noch zu viele Barrieren in allen Bereichen, die es gilt abzubauen. Ebenso müssen wir uns mit barrierefreien Anpassungen der vielen älteren Gebäuden befassen. Damit sich die Bürger wohlfühlen können, muss das Sicherheitsbedürfnis der Senioren im privaten Umfeld und ebenfalls im Bereich des ÖPNV sehr ernst genommen- und Schwachstellen benannt und ausgeschaltet werden.“

 

Wo sehen Sie noch Nachholbedarf?

 

"Besonders in den Bereichen kulturelle und soziale Einrichtungen, bei Dienstleistungen, Patientenversorgung und Pflege gibt es zwar vereinzelt gute Ansätze, aber bei näherer Betrachtung stelle ich immer wieder fest, dass zum Beispiel Personalmangel, infrastrukturelle und bautechnisch bedingte „Hindernisse“ einer zufriedenstellenden Alltagsgestaltung vielen sprichwörtlich "im Wege" stehen. Ältere- und behinderte Menschen sind Teil dieser Gesellschaft; sie möchten eigen- und mitverantwortlich leben. Das verbürgte Recht auf eine aktive und kreative Teilnahme, sowie die Pflege sozialer Beziehungen scheitert leider noch zu oft an unüberwindbare Barrieren.“

 

Sind Senioren mit Migrationshintergrund ein Thema für Sie?

 

„Ich beziehe alle Nationalitäten in die Seniorenpolitik mit ein. Viele der Senioren mit einem Migrationshintergrund sind ab 1950 nach Deutschland zugewandert oder waren Nachkommen von Zugewanderten. Damals nannte man sie „Gastarbeiter“. Sehr viele von ihnen fristen ihr Leben in Einsamkeit - sie sind laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung sogar häufiger von Altersarmut betroffen als deutsche RentnerInnen. Viele von Ihnen müssen sogar noch nebenbei arbeiten, damit sie über die Runden kommen - das gilt auch für die SeniorInnen ohne Migrationshintergrund. Armut schränkt die grundrechtlich verbürgte Chance auf gesellschaftliche Teilhabe ein und ist oft Mitverursacher für körperliche und Psychische Erkrankungen. Als Seniorenrat sehe ich es als selbstverständlich an, diese SeniorInnen mit einzubeziehen - Ich mache da grundsätzlich keine Unterschiede. Übrigens, beim Thema „Armut“ handelt es sich laut Definition in der Regel nicht um existentielle Armut wie in den Entwicklungsländern, sondern um eine relative Armut, die sich im Verhältnis zum mittleren Einkommen der Gesamtbevölkerung eines Landes ausdrückt - was aber nicht bedeutet, dass man nun doch nicht „arm“ sein kann, wenn man sich zum Beispiel wegen Geldknappheit keine gesunde Ernährung, Bildung, Mobilität und/oder soziale Teilhabe leisten kann. Die Altersarmut wird sich zudem in Zukunft noch verschärfen. Denn der demographische Wandel geht mit einer steigenden Zahl von Rentenempfängern und einer sinkenden Zahl von Personen im erwerbsfähigen Alter einher. Zudem werden immer weniger Kinder geboren, aber das ist ein anderes Thema“.

 

Ist die Rolle eines Vermittlers nicht zu klein, um Einfluss zu nehmen?

 

"Nein, denn die Arbeit der Seniorenräte in Deutschland gewinnt auch in der "großen Politik" immer mehr Beachtung, weil sie sich nicht nur in der Vermittler Rolle und als Sprachrohr zwischen der älteren Generation und Politik sehen, sondern auch in allen städtischen Ausschüssen, Gremien und sozialen Einrichtungen mitarbeiten, um die Bedingungen für ein selbstbestimmtes Leben im Alter stetig zu verbessern. Sie sind mit Garant dafür, dass man die Senioren achtet und ihre Daseinsberechtigung nicht in Frage stellt oder sie gar wegen ihres „Älterwerdens“ als eine Art Ballast hinter sich her zieht. Die heutigen Senioren haben fast ihr ganzes Leben ihren Beitrag zum Wohle unserer Gesellschaft geleistet, Beiträge gezahlt und ihre Kinder großgezogen. Viele Errungenschaften, die unser Land groß gemacht haben, verdanken wir unseren Senioren und ihren Vorfahren. Sie haben einen Anspruch auf Beachtung und Hilfeleistungen".

 

Da haben Sie sich aber einiges vorgenommen - oder?

 

"Nun ja, ich bin ja nicht alleine. Das wäre auch so nicht möglich. Denn es werden immer zwei gleichberechtigte Seniorenräte in einem Bezirk gewählt, die sich nach Möglichkeit ergänzen und ihre Aufgaben aufteilen. Persönlich lege ich aber auch besonderen Wert auf eine gute Zusammenarbeit und insbesondere mit den Senioren- und Pflegeheimen, Netzwerken und Bürgervereine, sowie Polizei und Verwaltung. Nur so kann eine gute Arbeit als Seniorenrat für unsere älteren und behinderten Mitmenschen gelingen - und ein wenig mehr kenne ich mich nach über zehn Jahren politischen und sozialen Engagements ja aus".

 

Wie sehen Sie Ihre Chancen bei der Seniorenratswahl?

 

„Ob ich nun gewählt werde - und wenn ja, mit wem ich zukünftig für die Belange unserer Senioren und mobilitätseingeschränkten Menschen zusammenarbeiten werde, bestimmen letztlich die Wählerinnen und Wähler im März. Dann sind alle Düsseldorferinnen und Düsseldorfer über 60 Jahre aufgerufen, ihre Mitglieder/-innen aus ihrem Stadtbezirk in den Seniorenrat zu wählen. Neben mir kandidieren ja auch noch mit Petra Knauft und Claudia Meier zwei weitere Personen. Ich würde mich freuen, wenn ich nicht nur die Seniorinnen und Senioren überzeugen konnte, die meine Kandidatur durch ihre Unterschrift unterstützten. Denn wer mich kennt, weiß, dass ich eine ehrliche Haut bin und mir nichts schwerer fällt, wie das Nichtstun“.

 

Herzlichen Dank Herr Ries und viel Erfolg bei Ihrer Wahl zum Seniorenr

 


 

Protokoll: Sitzung Seniorenrat vom 18. März 2016

 

Thema: Kriminalitätsvorbeugung  

Referenten: LutzTürk und Wolfgang Siegmund

 

Wolfgang Siegmund, Leiter des Kriminalkommissariats "Kriminalprävention Opferschutz“, stellt sich vor.

 

Er gibt an, dass die Kriminalprävention in allen gesellschaftlichen Bereichen eingegliedert und eine Kernaufgabe der Polizei sei. Die Aufgaben würden durch Erlasszuweisungen des entsprechenden Ministeriums vorgegeben. Derzeit seien zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das gesamte Stadtgebiet tätig. Eine Hauptaufgabe sei die Prävention von Jugendkriminalität und die Drogenproblematik; hier erfolgten unter Beteiligung von Lehrpersonal Vorträge in Schulen sowie in Jugendzentren. Des Weiteren erfolge eine Zusammenarbeit mit städtischen Gremien. Außerdem sei ein Arbeitsbereich der sexuelle Missbrauch von Kindern sowie Gewalt gegen Frauen. Zusätzlich sei das Kommissariat bei der technischen Prävention zum Schutz vor Einbrüchen tätig sowie im Bereich der Seniorenkriminalität. Abschließend sei auch ein Tätigkeitsfeld der Opferschutz. Hier würde auf ein in Düsseldorf sehr gut funktionierendes Netzwerk zurückgegriffen; dort seien kompetente Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zu finden, an die die Opfer verwiesen würden.

 

Das Kommissariat sei beauftragt, interne Fortbildungsmaßnahmen für andere Polizei-bereiche anzubieten. Dort würden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über neue ge-setzliche Regelungen beziehungsweise neue Entwicklungen informiert. Die Kriminalprävention würde fachübergreifend erfolgen, jede Kreispolizeibehörde hätte eine Arbeitsgruppe ebenso wie das Landes- und Bundeskriminalamt.

 

Kriminalpräventiver Rat

 

In Düsseldorf habe sich 1994 aus einem Projekt unter anderem der Kriminalpräventive Rat gebildet: Die Polizei sei beratend bei der Planung und Ausführung von Neubauprojekten eingebunden um „Angsträumen“ vorzubeugen. So zum Beispiel bei der Planung und Gestaltung der U-Bahnhöfe der Wehrhahnlinie und aktuell auch bei der Umbauplanung für den Vorplatz des Hauptbahnhofs sowie des Worringer Platzes.

 

Kriminalitätsentwicklung rückläufig

 

Im vergangenen Jahr (2015) hätten in Düsseldorf 84.000 Delikte vorgelegen, davon cirka 53 Prozent Diebstähle, der Rest splitte sich auf alle anderen Straftaten auf. Insgesamt wäre die Kriminalitätsentwicklung bis auf wenige Ausnahmen in Düsseldorf rückläufig.

 

70 Prozent der Täte kommen nicht aus Düsseldorf

 

Eine Ausnahme seien die Wohnungseinbrüche; hier seien die Delikte im vergangenen Jahr um 20 Prozent gestiegen. Dieses sei jedoch nicht alleine auf Düsseldorf bezogen, sondern ein Phänomen der Ballungszentren wie dem Ruhrgebiet, Düsseldorf und Köln. Auffällig sei, dass die in Düsseldorf ermittelten Täterinnen und Täter zu 70 Prozent nicht aus Düsseldorf stammten. Die Polizei weise in dem Zusammenhang immer wieder auf drei Kernbotschaften der Kriminalprävention hin:

 

- Aufmerksame Nachbarschaft mit Sozialkontrolle

- Polizei benötige Hilfe der Bürgerinnen und Bürger

- Zivilcourage sei gefragt

 

Handtaschendiebstahl

 

Deutlich gestiegen sei auch der Bereich der Handtaschendiebstähle. Hier sei zu beachten, dass es sich in der Regel um organisierte Banden halten würde, die dafür „speziell ausgebildet“ würden. Herr Siegmund weist darauf hin, dass durch Eigenschutz das Risiko des Diebstahls deutlich minimiert werden könnte. Man solle zum Beispiel in stark besuchten Bereichen wie Volksfesten oder auf Bahnhöfen nie die Handtasche offen stehen lassen. Ebenso sollte darauf geachtet werden, dass die Handtasche nicht ungeschützt an einem Kinderwagen oder Rollator hängt. Grundsätzlich erfolge der Diebstahl immer durch Ablenkung der Täterin oder des Täters, daher solle man hierauf sehr sensibel achten.

 

Erschwerend für die Täterinnen- oder Täterergreifung sei, dass der Diebstahl oft erst nach einer gewissen Zeit bemerkt und zur Anzeige gebracht würde. Problematisch bezüglich der Prävention von Straftaten seien auch alleinstehende Seniorinnen und Senioren, zu denen auch die Polizei keinen Kontakt aufnehmen könne. Herr Siegmund weist abschließend darauf hin, dass 2015 in Düsseldorf 9.965 Opfer von Straftaten über 60 Jahre alt gewesen wären. Somit sei die überwiegende Zahl von Opfern nicht aus dem Seniorenbereich.

 

Statistik, Wartezeit und Bestrafung

 

Die Mitglieder des Seniorenrates nehmen zu einigen Punkten des Vortrages Stellung: Es bestehe der subjektive Eindruck, dass die Straftatzahlen höher liegen als die Statistikzahlen. Herr Siegmund gibt hierzu an, dass die Statistik anhand objektiver Zahlen erstellt worden sei. Herr Türk merkt an, dass durch Doppelmeldungen in den verschiedenen Lokalpressen ein subjektiver Eindruck von höheren Straftatzahlen erweckt würde.

 

Es wird angemerkt, dass in den Wachen relativ lange Wartezeiten bestehen würden, sofern man dort persönlich vorspreche. Herr Siegmund bittet hierfür um Verständnis. Die Wachen seien teilweise nur mit einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter besetzt, dadurch könne es bei vermehrten Anliegen zu Wartezeiten kommen.

 

Auf den Einwand, es herrsche der Eindruck, dass Straftäterinnen oder Straftäter kurz nach der Gerichtsverhandlung wieder auf freiem Fuß seien, gibt Herr Siegmund an, dass dieses eine Angelegenheit der Justiz sei, auf die die Polizei aufgrund der rechtsstaatlichen Regeln keinen Einfluss habe. Herr Siegmund gibt bekannt, dass in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr das „beschleunigte Verfahren“ eingeführt worden sei. Dabei werde bei kleineren Delikten wie Ladendiebstahl nach maximal fünf Tagen das Gerichtsverfahren durchgeführt.

 

Auf Nachfrage gibt Herr Siegmund an, dass ab dem 1. Januar 2016 eine Statistik mit ausländerspezifischen Straftaten wie illegaler Einreise erstellt werden soll. Es erfolgt nochmals der Hinweis, dass die Straftaten in vielen Bereichen rückläufig seien, es gäbe jedoch Ausnahmen wie die Taschendiebstähle. Ein Mitglied schildert die Diebstahlmethode, dass in Gaststätten die Jackentaschen an den Garderoben nach Haustürschlüsseln abgesucht würden. Herr Siegmund nimmt dieses nochmals zum Anlass, darauf hinzuweisen, dass man mit einfachen Selbstschutz-maßnahmen solche Diebstähle oder Einbrüche vermeiden könne. Des Weiteren weist Herr Siegmund darauf hin, dass die Sicherheit der Wohnung immer eine Kernfrage der Wohnungstür und der Fenster sei. Hier sei darauf zu achten, dass diese geschützt seien.

 

Nach Schilderung von zwei Straftaterlebnissen eines Mitglieds und anschließender Kritik an der Polizei gibt Herr Siegmund an, dass die Polizei auch ein Spiegelbild der Gesellschaft sei und auch hier im Einzelfall fehlerhaft reagieren würde. Grundsätzlich würde die Polizei jedoch schnell helfen und niemanden abweisen. Es sei keinesfalls so, dass die Polizei falsche Statistikzahlen angeben würde.

 

Einbruchsradar

 

Herr Siegmund geht auf die Frage der Einführung des sogenannten „Einbruchsradars“ ein. Das Innenministerium hätte entschieden, das Radar auch für Düsseldorf zu veröffentlichen. Ein Vorteil sei, dass die Bevölkerung in den besonders betroffenen Stadtteilen zu mehr Wachsamkeit aufgerufen werden könne. Abschließend wird von Seiten eines Mitglieds geäußert, dass die Polizei eine schwierige Tätigkeit ausübe und sehr im Fokus der Öffentlichkeit stehen würde. Grundsätzlich würde die Polizei gute Arbeit leisten und stehe der Bevölkerung hilfreich zur Seite.

 

Herr Siegmund übergibt das Wort an Herrn Türk, der zunächst zwei Broschüren der Polizei vorstellt. Die kleinere Broschüre sei für aktivere Seniorinnen und Senioren gedacht, die größere sei eine reduzierte Version mit größerer Schrift. Inhaltlich seien die Broschüren jedoch identisch.

 

Vorträge und Prävention

 

Des Weiteren gibt Herr Türk auf Nachfrage an, dass vom Kriminalpräventiven Rat ein Flyer zur Kriminalitätsvorbeugung entwickelt wurde und eine Auflage von 20.000 Stück verteilt worden sei. Derzeit würde die Kostenfrage für den Nachdruck geklärt. Herr Türk sei für die Öffentlichkeitsarbeit der Kriminalprävention zuständig und würde regelmäßig Vorträge in cirka 180 Seniorenclubs der Stadt Düsseldorf halten. Des Weiteren bestehen auch enge Kontakte zu den „zentren plus“, zur Volkshochschule, zur Friedrich-Spee-Akademie sowie zu Sportvereinen. Einmal jährlich würden alle seniorenrelevanten Einrichtungen von Herrn Türk angeschrieben, um eventuelle Aktualisierungen bekannt zu geben. Die Resonanz auf die Schreiben sei durchweg sehr positiv.

 

Theatergruppe aus kostengründen eingestellt

 

Anschließend stellt Herr Türk seine Angebote der Seniorenberatung vor. Bis vor kurzem wurde ein Theaterstück angeboten, in dem unter anderem auf den Enkeltrick aufmerksam gemacht wurde. Leider konnte die Theatergruppe aus Kostengründen nicht mehr weitergeführt werden.

 

Rat holen

 

Seniorinnen und Senioren, die nicht organisiert seien, versuche die Polizei durch ent-sprechende Pressemitteilungen auf die Probleme der Kriminalitätsvorbeugung aufmerksam zu machen. Er weist darauf hin, dass ihm auch nicht alle Maschen der Trickbetrügerinnen und Trickbetrüger bekannt seien. Des Weiteren würde er in einer Vortragsreihe Grundsätzliches zum Schutz vor Einbruchsdiebstahl mitteilen. Hier verweise er auf die Fachleute von der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in der Luisenstraße 2, die während der regulären Öffnungszeiten kostenlos beraten. Ausgegeben würde dort auch eine Handwerkerliste mit überprüften Handwerkerbetrieben.

 

Werbeanrufe

 

Auf Nachfrage des Seniorenrates gibt Herr Türk an, dass es keinen vollständigen Schutz vor Werbeanrufen aus dem Ausland gäbe. Es sei jedoch gesichert, dass bei einem eingehenden Anruf bei der Empfängerin oder dem Empfänger keine Telefonkosten entstehen würden. Im Extremfall könne man bei seinem Anbieter eine neue Telefonnummer beantragen. Des Weiteren sei eine hilfreiche Maßnahme, dass man vor Annahme des Telefonats auf dem Display die Nummer kontrolliere. Sofern einem diese Nummer nicht bekannt sei, könne man den Anruf auf den Anrufbeantworter umleiten lassen; meistens würden weitere Anrufe unterbleiben.

Wohnung schützen

 

Herr Türk rät dazu, dass man niemanden, auch keine vermeintlichen Polizistinnen oder Polizisten, in die Wohnung lassen solle. Es wird außerdem empfohlen, eine technische Sicherung an der Wohnungstür anzubringen. Hier biete das Kastenbügelschloss einen guten Schutz. Voraussetzung für die Anbringung des Schlosses sei jedoch die Genehmigung der Eigentümerin oder des Eigentümers. Sofern diese ausbliebe, wäre eine Alternative die Türklinkenkette. Dort würde die Halterung neben der Zarge im Mauerwerk befestigt; diese Anbringung benötige keine Einwilligung der Eigentümerin oder des Eigentümers.

 

Internet

 

Herr Türk gibt die Empfehlung bezüglich der Internetkriminalität, dass man von unbekannten E-Mailabsendern niemals die Anhänge öffnen solle. Hier bestehe die große Gefahr, dass Straftäterinnen oder Straftäter Zugriff auf den Computer erhalten können. Auf die Nachfrage, dass die Polizei bei Privatpersonen anrufen würde, um einen Besuch anzukündigen, teilt Herr Türk mit, dass die Polizei immer mit unterdrückter Rufnummer telefoniere. Technisch sei es jedoch heute unproblematisch, dass eine Betrügerin oder ein Betrüger jede erdenkliche Telefonnummer auf dem Display der Anruferin oder des Anrufers erscheinen lasse. Herr Türk teilt mit, dass auch Dienstausweise gefälscht sein können und stellt ein Papier zur Verfügung. Dort sei aufgeführt, wie man gefälschte Polizeidienstausweise erkennen könne. 

 


 

Seniorenrat Düsseldorf

 

Filialschließungen bei der Sparkasse

 

von Peter Ries

Düsseldorf. 29. Januar2016

 

Sparkassenschliessung


Heute tätigt etwa die Hälfte der Deutschen seine Bankgeschäfte weitgehend über das Internet. Für die Stadtsparkasse offensichtlich auch ein Grund, 18 der 64 Geschäftsstellen in der Stadt Düsseldorf zu schließen. Das brachte in der Vergangenheit viele Senioren schier zur Verzweiflung. Sie wandten sich u.a. an den Seniorenrat der Stadt Düsseldorf. Für das Gremium  Anlass, den Leiter des Geschäftsbereichs Filialen der Stadtsparkasse Düsseldorf, Harald Norbisrath, zu einer ihrer öffentlichen Sitzung einzuladen.

 

 

Unter dem Tagesordnungspunkt „Senioren und die Bankenwelt“ versuchte Norbisrath etwa 60 Besuchern der Sitzung zu vermitteln, weshalb einige Filialen geschlossen werden müssten. Hauptgründe seien zum Beispiel die niedrige Kundenfrequentierung in den Filialen und das Online-Banking (etwa 45 Prozent Online-Kunden). Dadurch seien einige Filialen unrentabel geworden. „Wir werden jedoch unsere „Kompetenzzentren“ weiter ausbauen und die Kundennähe weiterhin optimieren“, so Norbisrath. „Durch Schließungen von Filialen werde die Sparkasse ihrem Ruf  als Institut, die ihren Kunden nahestehe - und die ja stets mit diesem Slogan werbe - gerecht“, echauffierte sich der 73-Jährige Hans Monhia. „Wo sollen z.B. die vielen bewegungseingeschränkten Senioren und diejenigen, die kein Online-Banking, betreiben ihre Geldangelegenheiten regeln? Bis zur nächsten Filiale schaffen es die meisten doch gar nicht mehr“, fragte eine 70-jährige Rentnerin.

 

„Wenn es jemand aus gesundheitlichen Gründen nicht schafft, die nächste Filiale aufzusuchen, um etwa Geld abzuheben oder Überweisungen zu tätigen, besteht die Möglichkeit, dass eine autorisierte Person der Sparkasse ihnen Geld oder Überweisungsträger nach Hause bringt, damit sie ihre Überweisungen tätigen können“, so die verblüffende Antwort von Norbisrath.  Anneliese B. wollte aufgrund ihrer Bewegungseinschränkung genau dies in Anspruch nehmen. Damals erhielt sie vom Filialleiter die Antwort: „Das dürfen wir nicht.“ Norbisrath versprach, sich darum zu kümmern und die Mitarbeiter darauf hinzuweisen, dass sie in begründeten Fällen eine Ausnahme machen dürfen.

 

Für die verbleibenden Sparkassen-filialen regte Seniorenratsmitglied und Sprecher des Arbeitskreises Sicherheit- und Verkehr, Heinz-Werner Meier, an, die Geldautomaten möglichst im Blickfeld des Sparkassenpersonals zu installieren. Darüber hinaus wünschten sich die Senioren Sitzgelegenheiten mit Tischen, um Überweisungen in Ruhe ausfüllen zu können - viele Filialen hielten lediglich Stehpulte vor; auch eine am Tisch angebrachte Lupe wäre sicherlich von Vorteil. Für Norbisrath eine gute Idee, die sich sicherlich verwirklichen ließe.

 

Info:

 

In den kommenden vier Jahren werden insgesamt 18 Niederlassungen geschlossen. 13 weitere Filialen werden zu sogenannten Selbstbedienungsstandorten umgerüstet. Von den Schließungen betroffen sind die Filialen Hansaallee, Hansaplatz und Mörsenbroich. 2019 werden die Standorte Hellerhof und Himmelgeist schließen. Die Niederlassungen am Handweiser, am Seestern (2016), Lorettostraße, Universität, Haeselerstraße, und Medienhafen (2017), Flugafen, Rochusmarkt, und Binterimstraße (2018) und Golzheim, Lohausen, Erkrather Straße und Wehrhahn (2019) werden zu reinen Automatenfilialen umfunktioniert, in denen dann nur noch Geldautomaten, Kontoauszugsdrucker und ggf. ein Terminal für Online-Banking zu finden sind. Bankpersonal wird in diesen SB-Filialen nicht mehr anzutreffen sein. 

 

Die Mitarbeiterzahl im Privatkundengeschäft soll sich bis zum Jahr 2019 zwar von derzeit 750 auf 680 wegen Ruhestand u.d.g. reduzieren, jedoch soll es keine betriebsbedingten Kündigungen geben. 

 

 

düsseldorf-wirtschaft.de

 


 

Seniorenrat:  Rahmenplan Einzelhandel 2015 wirft Fragen auf

 

Vorschläge zur Nahversorgung für die ältere Bevölkerungsschicht

 

November 2015 (pri).

 

Der von der Stadtverwaltung aufgestellte Rahmenplan legt fest, wie sich der Einzelhandel in der Stadt in den nächsten Jahren entwickeln soll. Dafür werden beispielsweise Gebiete ausgewiesen, in dem sich Fachmärkte ansiedeln können. Zudem werden die einzelnen Zentren räumlich umschrieben, ihre Profile vorgestellt und Planungsziele festgelegt.

 

In einer Stellungnahme an den Rat zum Rahmenplan Einzelhandel 2015 begrüßte der Seniorenrat Düsseldorf zwar das Anliegen der Stadt, die weitere Ansiedlung großer Lebensmittel-Discounter fernab von Wohngebieten zu stoppen, jedoch zeige der Rahmenplan immer noch Probleme auf, und bleibe deshalb hinsichtlich der Konsequenzen, die aus der Unterversorgung gerade der älteren Bevölkerung gegeben ist, ziemlich vage. Undeutlich bliebe u.a. die Größe des Anteils der Düsseldorfer Bevölkerung die ein Lebensmittelgeschäft nicht fußläufig (d. h. im Umkreis von 500 m) erreichen kann. Aus Sicht des Seniorenrates sei dieser Anteil beachtlich hoch.

 

Der Seniorenrat unterbreitete der Stadt nun Vorschläge, um die Nahversorgung gerade auch der älteren Bevölkerung angesichts der Konzentration der Lebensmittel-Discounter auf großen Flächen zu gewährleisten. „Mit unseren Vorschlägen wollen wir einen Beitrag dazu leisten, dass ältere Menschen nicht vorzeitig in eine Senioreneinrichtung ziehen müssen, was bekanntlich hohe Kosten verursacht“, so der Vorsitzende des Seniorenrates Georg Jungbluth. Die Vorschläge beziehen sich  u.a. auf Subventionierung von Mieten/Pacht, Unterstütztung bei Einrichtungen von CAP-Märkten, Subventionierung von Lebensmitte-Lieferdienste und Installationen mobiler Versorgungseirichtungen.
 

INFO

von Peter Ries:

 

Subventionierung von Mieten/Pacht:

 

Die Stadt (Trägerverein) mietet zum Beispiel ein 40qm Ladenlokal für 800.- Euro an. Dieses vermietet sie dann an einen Existenzgründer für 400.- Euro. Nach Ablauf dieser Zeit muss sich der Existenzgründer entscheiden, ob er einen eigenen Mietvertrag zu normalen Konditionen abschliesst. Die Mieter werden jeweils von der Stadt nach vorher festgelegter Kriterien ausgesucht; fehlt in der Nachbarschaft z.B. ein Fleischer, würde dieser einem Bäcker vorgezogen. Die Idee ist übrigens nicht neu, viele andere Städte praktizieren dies, auch die IHK schlägt ähnliches in ihrer „Gründungsinitiative für Innenstädte“ vor.

Projektskizze IHK-Gründungsinitiative für Innenstädte 64.4 kB (PDF)

 

Unterstütztung bei Einrichtungen von CAP-Märkten:

 

Die Idee zum Social-Franchising-System CAP wurde im Jahr 1999 geboren. Mittlerweile gibt es deutsch­land­weit über 100 CAP-Filialen. In ihnen sind rund 1 400 Menschen beschäftigt, über die Hälfte davon haben Handicaps.
Franchise-Geberin sind meist soziale Eirichtungen, wie z.B. Diakonie, Werkstätten für behinderte Menschen, Caritas usw … Sie unterstützten die Märkte mit Fachwissen, Planung, Analysen und Marketing.
Oberstes Ziel ist es, jedoch, psychisch kranken und behinderten Menschen die Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen und ihnen einen neuen Lebensmittelpunkt zu geben. Der Name CAP leitet sich vom englischen Wort „Handicap“ ab. 



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