Was passiert mit dem Schwimmbad Benrath?

Auf Grundlage des im Sportausschuss vorgestellten Bäderkonzeptes, soll das Hallenbad Benrath durch den Neubau eines Mehrgenerationen-Gesundheitsbades mit Freibad ersetzt werden.

 

Da aus diesem Konzept nicht klar ersichtlich ist, ob dabei auch das Schulschwimmen miteinbezogen wurde, waren noch einige Fragen zu klären, die Bezirksvertreter Peter Ries in der Bezirksvertretungssitzung vom 28. April stellte. In der Beantwortung der Verwaltung heißt es u.a.: „Der Schwerpunkt der Ausrichtung soll klar, auf das Erholungsangebot gelegt werden“. Und weiter heißt es, dass für das Mehrgenerationen- Gesundheitsbad in Benrath nach derzeitigem Planungsstand durchaus 25m-Schwimmbahnen für den Schulsport vorgesehen sei. Schulen, vor allem Grundschulen, können diese nach Fertigstellung im Rahmen des Schwimmunterrichts nutzen. Außerdem stehe den Grundschulen, den KITAs sowie den OGS-Einrichtungen das Nichtschwimmerbecken / Kursbecken mit Hubboden und das Freibad zur Verfügung. Der Schwimmunterricht der Schulen wird schwerpunktmäßig während der zweijährigen Bauzeit in das „nur wenige Fahrminuten entfernte“ Familienbad Niederheid verlagert, welches  für den Schul- und Vereinssport ausgestattet sei.

 

Die eingerichteten Schwimmzeiten für die Sek. I und II sowie die Vereinssportzeiten sollen nicht zurückverlegt werden. Hier kann eine Blockbildung, ohne zeitgleichen öffentlichen Badebetrieb, für diese Zielgruppen ausreichende, wenn nicht sogar zusätzliche, Kapazitäten ermöglichen. Im Freibadteil des Gesundheitsbades finden Schulen darüber hinaus 50m Schwimmbahnen sowie die 1m und 3m Sprunganlagen zur Nutzung im Schwimmunterricht vor.

 

Die langfristige Strategie der Bädergesellschaft und ebenfalls Inhalt des Bäderkonzeptes ist die stärkere Konzepttrennung, da sich die Bedürfnisse der Zielgruppen von Schwimmbädern teilweise stark unterscheiden und nicht alle Zielgruppen an allen Bäderstandorten zeitgleich zufriedenstellend versorgt werden können.

 

Schwimmsport bedeutet Prävention und dient der Bekämpfung vorzeitiger körperlicher und gesundheitlicher Schäden. „Daher würde die Miteinbeziehung des Schulschwimmsportes z.B. in das Konzept des Mehrgenerationen-Gesundheitsbades in Benrath sehr gut hineinpassen. Zumal dieses Konzept unter dem Aspekt der Gesundheitsorientierung und des Präventionsge­danken erarbeitet wurde“, begründete der Kommunalpolitiker Peter Ries u.a. seine Anfrage an die Fachverwaltung.

 

Bis 2020 sollen in den Stadtteilen Oberkassel, Flingern, Benrath und Unterrath die Schwimmbäder umgebaut oder komplett neu gebaut werden.

 

Hier Empfehlungen des "Bäderkonzept 2020":

 

Standort Oberkassel

 

Das in den 1960er-Jahren erbaute Hallenbad in Oberkassel weist einen sehr hohen Sanierungsbedarf auf. Ein vorliegendes prüfstatisches Gut­achten zu dem Gebäude aus dem Jahr 2015 führte am 6. Februar zu einer sofortigen Schließung. Nach den vorgestellten Handlungsalternativen wird nur ein Neubau den heutigen Ansprüchen an moderne, barriere­freie und energetisch optimierte Bäder gerecht. Ein Neubau als Stadtteil­bad dient der Versorgung von Schul-, Sport- und Individualgästen. Nach aktuellen wirtschaftlichen Untersuchungen soll der Neubau auf dem Be­stands­gelände in Oberkassel entwickelt werden. Dabei ist zu prüfen, ob sich Synergien unter Nutzung Dritter im Gebäudekomplex erzielen las­sen. Die geschätzten Kosten liegen bei 11 Millionen Euro.

 

Standort Flingern

 

Das Allwetterbad Flingern soll saniert und zu einem multifunktionalen Kombibad entwickelt werden. Im ersten Bauabschnitt mit dem Neubau eines Schul- und Sportbades auf dem Bestandsgelände wird damit für die steigenden Schülerzahlen, insbesondere in Düsseldorf-Mitte, ein bedarfs­gerechtes Angebot vorgehalten. Die Neubauplanung steht unter dem Schwer­punkt der barrierefreien und inklusionsfähigen Schulsportversor­gung. Zudem soll die Möglichkeit der weiteren Standortentwicklung sichergestellt sein. Die geschätzten Kosten belaufen sich hier auf 17,6 Millionen Euro. Zusätzlich werden dort noch 3,2 Millionen Euro in die Sanierung des Freibades investiert.

 

Standort Benrath

 

Das Hallenbad Benrath ist in den 1950er-Jahren erbaut worden und hat einen erheblichen Sanierungsbedarf. Aufgrund der freizeitorientier­ten Ausrichtung der Bäder im südlichen Umland von Düsseldorf ergibt sich in diesem Bereich eine Positionierungslücke im Bereich "Gesundheit". Dieses Marktsegment kann durch ein Mehrgenerationen-Gesundheits­bad am Standort Benrath erschlossen werden. Das Konzept greift die steigende Gesundheitsorientierung und den Präventionsge­danken auf. Flächen im Obergeschoss können an externe Dritte vermietet und damit das Gesundheitsangebot erweitert werden. Die geschätzten Kosten: 22,7 Millionen Euro.

 

Standort Unterrath

 

Beim Hallenbad Unterrath, das in den 1960er-Jahren erbaut wurde, be­steht ebenfalls ein sehr hoher Sanierungsbedarf. Auf dem jetzigen Ge­lände des Hallenbades soll der Neubau eines Stadtteilbades den Altbau ersetzen. Dabei ist zu prüfen, ob weitere städtische Einrichtungen in dem Gebäudekomplex integriert werden können und sich Synergien unter Nutzung städtischer Nachbargrundstücke entwickeln lassen. Geschätzte Kosten: 11 Millionen Euro.

 

Laufende Projekte

 

Mit dem Anbau eines 50-Meter-Hallensportbeckens am Rheinbad in Stock­um und der Sanierung des Familienbades Niederheid erfolgen zurzeit Maßnahmen zur Bäderentwicklung in Düsseldorf. Zuletzt wurde 2008 mit dem Stadtteilbad "Schwimm‘ in Bilk" ein zusätzliches städtisches Bad eröffnet.

 

Anmerkung:

Anbei stehen Grafiken zur Verfügung, die mögliche Handlungsempfehlungen aus dem "Bäderkonzept 2020" bei sechs Düsseldorfer Bädern aufzeigen:

www.duesseldorf.de/presse/download/allwetterbad.jpg

www.duesseldorf.de/presse/download/benrath.jpg

www.duesseldorf.de/presse/download/niederheid.jpg

www.duesseldorf.de/presse/download/oberkassel.jpg

www.duesseldorf.de/presse/download/unterrath.jpg

www.duesseldorf.de/presse/download/rheinbad.jpg